Nein – zu sexualisierter Gewalt

Nationale und internationale Untersuchungen belegen, dass Mädchen und Jungen mit körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen und Behinderungen um ein Vielfaches häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind und für sie ein erhöhtes Risiko, sexuellen Missbrauch zu erleiden besteht.
Viele Mädchen und Jungen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen haben oft zu wenig Wissen über ihren Körper und über Sexualität.
Diese Ahnungslosigkeit machen sich manche Täter und Täterinnen zunutze. Ihre Sehnsucht nach Zärtlichkeit und Sexualität und ihr nicht immer adäquates Nähe- und Distanzverhalten machen Mädchen und Jungen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen extrem angreifbar für sexuellen Missbrauch.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen der Jugend- oder Behindertenhilfe tragen eine große Verantwortung für den Schutz von Jungen und Mädchen vor sexueller Gewalt.
Ein Teil ihres pädagogischen Auftrages ist es, in der täglichen Arbeit eine Atmosphäre und ein Klima des Miteinanders zu schaffen, in dem Kinder und Jugendliche mit ihren Gefühlen und Grenzen respektiert und geachtet werden.
In grenzverletzenden Situationen ist es wichtig, sensibilisiert zu sein und über Wissen zu verfügen, um angemessen reagieren zu können.

Das Ziel der Fortbildung ist die Stärkung der Handlungs – und Gesprächssicherheit zum Thema sexualisierte Gewalt durch Wissensvermittlung der Zahlen und Fakten, sowie der rechtlichen Grundlagen, Kennenlernen der Täterstrategien und Risikofaktoren, die Sensibilisierung für Signale betroffener Kinder und das Informieren über Hilfseinrichtungen und erste Handlungsschritte im Fall von gewichtigen Anhaltspunkten auf sexuellen Missbrauch.

  • Zahlen, Daten, Fakten
  • Basiswissen zu sexuellem Missbrauch an Kindern / Jugendlichen mit Behinderung
  • Täterstrategien und Risikofaktoren
  • Rechtliche Grundlagen
  • Handlungsleitfaden
  • Möglichkeiten der Prävention auf struktureller Ebene
  • Möglichkeiten der Prävention im pädagogischen Alltag (z.B. reflektierter Umgang mit Nähe und Distanz, Partizipation und Beschwerde, sexualpädagogische Arbeit)
  • Weiterführende Literatur und Informationen